Robert Doisneau zurück in Paris
20. May 2010 von berlinblogger

Willy Ronis sagte immer „Fotographie ist wie das Sehen. Entweder man hat es, oder man hat es nicht.“ Der französische Fotograph Robert Doisneau hatte auf jeden Fall diese Perspektive, die aus seinem Werk Kunst machte und ihm den Ruf als einer der vielfältigsten Fotografen der Welt einbrachte.
Seine Leidenschaft dafür „allgemeine Gesten normaler Menschen in Alltagssituationen“ auf einem Stück Papier festzuhalten, brachte viele Menschen dafür, sich für seine Arbeit zu interessieren.
Autor des bekannten Bildes „Le baiser de l’Hotel de Ville“ (Der Kuss neben dem Hotel de Ville), das ein Paar zeigt, das sich auf den Straßen Paris küsst, begann Robert Doisneau seine Fotographiekarriere nachdem er fünf Jahre lang in der französischen Reanult Fabrik gearbeitet hatte, wo seine Kreativität sich entfaltete. Er widmete sein Leben seiner Fotographieleidenschaft, nach dem ihm die Fabrik kündigte, weil er sich nicht an die Arbeitszeiten hielt.
Ironie und sein besonderer Sinn für Humor spiegeln sich seit Anbeginn in seinem Werk wieder, von 1932 als die Tageszeitung „L’Excelsior“ sein erstes Foto veröffentlichte, bis 1993, als er sein letztes Bild schoss.
Robert Doisneaus Werk kehrt bis zum 1. Juni im Rahmen einer Ausstellung in der Galerie Claude Bernard nach Paris zurück, in der 50 Fotographien gezeigt werden, die er auf einer Reise nach Palm Springs, Kalifornien, für das Fortune Magazin machte.
Doisneau zeigt uns seine Perspektive der Welt, in der „alle von weither kommen, wo sogar die Palmen aus Mexiko angereist sind“, einem Ort, wo das einzige, was er ablichten konnte, Leute beim Golfspielen waren. Durch seine Fotos vermittelt er uns den Schock, den er beim Anblick „amerikanischer Frauen, die in sich in der Hitze der Wüste in ihre dicken Pelze einmummten“, wie Claude Bernard im „Le Figaro“ ausdrückte, empfunden haben muss.
Die Ausstellung befasst sich mit dem großen Eindruck, den das verwöhnte Amerika und die reichen Südstaatler auf Doisneau hatten und präsentiert zudem eine neue Sammlung von Fotographien, die vor Ironie und Sarkasmus sprießen.
Bis zum ersten Juni ist die Claude Bernard Gallery in Paris für all diejenigen geöffnet, die Robert Doisneaus ironische Sicht auf den amerikanischen Traum sehen möchten.
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