Besuch beim Eidechsenkönig
18. May 2010 von berlinblogger

Wer sich für einen Kenner der Ausdrucksform der Musik hält, der weiß mit Sicherheit auch wer „The Doors“ waren, einer legendären Band, die Ende der 60er aufgrund ihrer Bühnenshow, und vor allem wegen ihres Sängers, Jim Morrison, der aller Art von Rauschgiften stets zugeneigt war, Aufsehen erregte.
Die Band war ein Konvolut künstlerischer Einflüssen und Referenzen. Sogar ihr Name wurde von einem Zitat des Poeten William Blake entnommen, das folgendermaßen ging: „Wenn die Pforten der Wahrnehmung rein wären, dann hätte der Mensch die Fähigkeit, die Realität so zu sehen, wie sie wirklich ist: Unendlich.“
Ihre Auftritte hatten stets was Erhabenes, aber auch immer sehr Kontroverses an sich, da der unbezähmbare Jim aus jeder Show etwas Einzigartiges machte, obwohl er darüber bewusst war, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch war, dass er aufgrund dessen wieder in irgendeiner lokalen Polizeiwache enden würde, wie er es meistens tat.
Auf diese Weise gewann er sich den Ruf eines Störenfrieds der Ordnung, was andererseits dazu geführt hat, dass Konzerte der Band in vielen amerikanischen Städten verboten waren.
Dieser Künstler, Poet, Cineast, diese gebrochene Seele hat im Alter von nur 27 Jahren sein Leben beendet, und dennoch hat er jede Minute seines Lebens auf seine ganz persönliche und intensive Art und Weise gelebt.
Sein Grab liegt im legendären Pere Lachaise, wo ich ihn besucht habe. Und wie ich finde, war es ein sehr angemessener Besuch für den König, denn nach einer langen und wilden Partynacht in den Bars, die sich in der Nähe des Friedhofs befinden, und mit einem unheimlichen Kater, hab ich dem „Lizzard King“ in bester Rock&Roll Manier mit dunkler Sonnenbrille, Korsett, Jeans und Stöckelschuhen an seinem Grab meine Ehre erwiesen, wie es vor mir schon tausende von Fans vor mir gemacht hatten, und wo sicherlich alle auch diesen unheimlichen Respekt für diese Legende, die für viele Generationen von Fans auch bis heute noch große Inspirationsfigur ist, gefühlt haben.
Ein letztes vom Sänger überbrachtes Werk ist seine Grabinschrift, mit dem Zitat „Kata ton daimona eaytoy“, aus dem antiken Griechisch und man folgendermaßen übersetzen könnte „Jeder hat seinen eigenen Dämon“. Was vielleicht darauf hinweisen sollte, dass er am Ende mit ebendiesem Dämon seine Angelegenheiten klären müsste…
Warum befreist du dich nicht von deinen Dämonen und mietest Appartments in Paris und stattest dem König der Eidechsen einen Besuch ab? Vielleicht teilt er dir ja den Weg zum „next whisky bar“ mit…






