Die Schwulenmuttis: die beste Freundin jedes Schwulen
8. Sep 2010 von berlinblogger
Ein homosexueller Mann ist immer von einer Gruppe ihn verehrender Komplizen umgeben, mit denen er seine dunkelsten und abstrusesten Geschichten teilt, die ein ausgesprochenes Interesse an peinlichen und intimen Details seiner nächtlichen Raubzüge haben. Unter ihnen gibt es immer ein, die Bienenkönigin des Schwarms, die ihn nie aus den Augen verliert und mit der er eine Beziehung mit fast pathologische Anzüge annehmender Abhängigkeit pflegt. Die Schwulenmutti ist immer an seiner Seite, und wenn es ihr aus irgendeinem Grunde nicht möglich ist, ihn in das Dunkel des Nachtlebens zu begleiten, wird sie ihm alle fünfzehn Minuten SMS schicken und ihn telefonisch belästigen, damit sie ja auch nicht das kleinste Detail seines Abends verpasst.

Und irgendwo stimmt es schon, dass ein wunderbarer homosexueller Mann und seine Schwulenmutti eine sehr symbiotische Beziehung eingehen, in der beide Parteien was davon haben. Sie haben nicht nur die Freundschaft, die sie verbindet, sondern jemanden, der sie in dieser angsteinflößenden Welt des Nachtlebens begleitet. Ein schwuler Freund kann beispielsweise die nervigen „Heten“ fernhalten, die sich im angetrunkenem Zustand an die Mädels heranmachen wollen. Die können sich entspannt zurücklehnen und ausschau nach interessanterer Beute halten, um dann im richtigen Moment anzugreifen. Aber auch der schwule Counterpart hat Vorteile von dieser Freundschaft. Denn dank der Schwulenmutti hat er mehr Zugang zu mehr oder weniger heterosexuellen Männer, die man in regulären Schwulendiscos nicht antrifft: die Schwulenmutti würde sich dort ohnehin sehr langweilen.
Und beide können sich Stunden darüber lustig machen, dass sie von allen als Pärchen wahrgenommen werden. Aber dies ist auch gleichzeitig die nicht so angenehme Seite dieser besonderen Freundschaft, denn viele potenzielle Partner fühlen sich von dieser fast pathologisch engen Verbindung zwischen Homo und Schwulenmutti abgetörnt. Oftmals geht dies so weit, dass beide zusammen nach Hause gehen. So dass sie manchmal auf Appartments in Berlin zurückgreifen, damit sie sich ein bisschen Auszeit gönnen können und sich ihren eigenen sexuellen Präferenzen widmen können.






