Die Farben des Fauvismus
7. Jan 2010 von berlinblogger
Henri Matisse galt als Erzfeind von Pablo Picasso und war bekannt als der Gründungsvater des Fauvismus. Wenn die Rede von Matisse ist, dann wird von weißen Tauben und der Farbe rot gesprochen. Diese intensive und krasse Farbe benutzte er in vielen seiner Werke. Die Farbe diente nicht dazu, etwas Reales darzustellen, sondern erfüllten den Zweck, die visuellen Eindrücke des Künstler zu übersetzen. Genauso machten es andere Künstler wie André Derain, Maurice de Vlaminck und George Braque. Somit stellte ein Grün nicht etwa Natur oder Gras dar, auch das Blau symbolisierte nicht den Himmel, sondern die Farben dienten dazu, Gefühle und Emotionen darzustellen und nicht Objekte visuell zu beschreiben. Diese Kühnheit und kromatische Neuigkeit charakterisiert diese neue Künstlerbewegung der französischen Avantgarde. Es wird somit nicht mehr mit Feinheit gemalt, wie es die Impressionisten taten, sondern die Leinwände füllten sich mit krassen Unterschieden: der Fauvismus ist purer Instinkt.

Das französische „Fauve“ bedeutet im Deutschen so viel wie „wilde Bestie“ und beschreibt auf dieser Weise die bestiale Stilrichtung dieser Bewegung. Für die fauvistischen Künstler ging es nicht um die Imitation der Natur, wie es Platon im 5.Jahrhundert beschrieb.
Die Erfindung der Fotografie um das Jahr 1840 unterstützte diese neue Stilrichtung: die Malerei stellt sich nicht mehr mit der exakten Darstellung der Natur zufrieden, denn die Fotokameras machen es viel besser. Aus diesem Grund suchten die Künstler eine Form, um die Macht der Farben zu erkunden, was der Fotografie damals nicht erreichen konnte und vollkommen vom Licht abhängig war. Auf dieser Weise zeigt uns „Luxus, Stille und Begierde“ von Henri Matisse die klare Nacktheit einiger Frauen am Strand, wobei ihre Körper aus mehreren Farben punktiert gemalt wurden. Diese neue Technik wurde als Pointillismus und neoimpressionistisch bezeichnet.
Die Formen sind nicht untereinander getrennt, alles vermischt sich unter der Vermeidung der feinen Linien und Striche. Um die Umrisse zu markieren, schweifen die Künstler einfach von einer großen schwarzen Linie ab, welches eher Kinder ähnlichen Bildern entspricht. Ein gutes Beispiel ist das Werk von Jean Prévost, der sich sehr für den Tango begeisterte. Seine dargestellten Personen sind sehr groß und ihre Körper werden so vereinfacht mit schwarzem Umriss dargestellt. Er stellte seine Werke in der ersten und skandalösen Ausstellung des Fauvismus im Jahre 1905, im Pariser Salon d’Automne, aus.
Das sinnbildlichste Meisterwerk dieser Bewegung ist das Porträt von Matisse, welches er von seiner Frau kreierte. Die Hälfte ist mit grün gemalt, die Kontraste mit der roten Farbe sind sehr stark, es gibt keine Tiefen, die Unmittelbarkeit der freien Farben ist aggressiv und primitiv. 1910 nahm diese Bewegung ihr Ende und gab somit den Weg frei für den deutschen Expressionismus und dem russischen Konstruktivismus, die sich der Möglichkeiten der Farben widmeten.
Die klassische Kunst war zu Ende, die „wilden Bestien“ haben die Tür zur modernen Kunst geöffnet. Wenn Sie diese Kunst inspiriert und der winterliche Horizont Ihnen grau erscheint, dann sollten Sie nach Paris reisen und das Museum Georges Pompidou besuchen, indem die Meisterwerke des Fauvismus zu bestaunen sind. Mieten Sie sich Appartments in Paris: einen kostengünstige und komfortable Unterkunft, um einen unvergesslichen Aufenthalt in der französischen Hauptstadt zu verbringen. Verwandeln Sie sich doch einfach auch in eine „wilde künstlerische Bestie“!






