Die 7 Todsünden werden modernisiert
27. Nov 2009 von berlinblogger
Schon vor über 1500 Jahren ernannte Papst Gregor I. die sieben Todsünden, die von der Römisch Katholischen Kirche bestraft werden. Kennen Sie sie auswendig? Hochmut, Geiz, Wolllust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit sind alles Begriffe, die wir doch alle ein wenig ausleben, denn sie gehören einfach zur menschlichen Natur. Im März 2008 aktualisierte der Vatikan die Liste der Todsünden, um sie zu modernisieren und der heutigen Gesellschaft anzupassen.

Sieben Todsünden, genauso wie die sieben Zwerge, die sieben Wochentage, die sieben Wunder, die sieben Köpfe des Satans…. Diese Ziffer ist einfach die perfekte Zahl und das Symbol der Vollkommenheit, die laut San Augustín, auch für Bestrafung und Busse seitens der Bibel steht, zu repräsentieren.
Stellen Sie sich mal folgende Situation vor: es ist Samstag Abends, sie sind ein wenig traurig und deprimiert, essen Süßigkeiten und machen auf einmal die ganze Bonbontüte leer, um Ihre Nerven ein wenig zu stillen. Später entscheiden Sie sich tanzen zu gehen, um mal ein wenig abzuschalten. Sie sind aber knapp bei Kasse und laden Ihre Freunde nicht auf ein paar Drinks ein. Und dann sehen Sie auch noch eine andere Person, die Ihnen ganz besonders gefällt, aber mit einer anderen flirtet und Sie sterben fast vor Eifersucht. Voller Frust gehts dann mit einem großen Schmollmund nach Hause…. in diesem Falle haben Sie an nur einem Abend ganze fünf Todsünden begangen. Das wichtigste ist jedoch, diese Sünden nicht im Übermaße zu begehen, sondern eher aus den Fehlern zu lernen und zu wissen, wo die eigenen Grenzen liegen. Sich an die Regeln der Todsünden zu halten, ist einfach utopisch. Es wird des Weiteren gesagt, dass die Frauen zuerst Völlerei und Hochmut begehen, wobei die Männer eher zur Wolllust neigen.
Keine Genmanipulation. Keine Experimente mit Menschen oder Embryonen. Keine Umweltverschmutzung. Keine soziale Ungerechtigkeit. Keine Armut. Kein Reichtum aufgrund der Ausbeutung der ärmeren. Kein Drogenkonsum. Dieses sind die neusten Sünden, die von der Kirche vor knapp zwei Jahren verkündet wurden. Da scheint es ja fast so, als ob immer weniger Gläubige zur Beichte gehen würden. Laut Bischof Gianfranco Girotti beläuft sich die Anzahl auf nur 60%.
Es fällt uns ja schon schwer auf unseren lieben Engel auf der Schulter zu hören, der uns etwas von Keuschheit, Mäßigung, Großzügigkeit, Sorgfalt, Geduld, Nächstenliebe und Demut erzählt, aber wer behauptet denn, dass die neuen Todsünden auch wirklich bestraft werden? Ein paradoxes Beispiel hierzu wäre ein Videospiel, das 2010 auf den Markt kommt. Dante´s Hölle, bei dem der Spieler Monster in den verschiedenen Sphären der Hölle töten muss. Das kann wirklich eine außergewöhnliche Erfahrung sein, oder? Die Videospiele haben übrigens eine ähnliche Wirkung wie die Werbung, die Gesellschaft zu beeinflussen und zu manipulieren….und noch vieles mehr.
Sie begehen eine wirkliche Todsünde wenn Sie noch nicht den Film „Seven“ (1995) von David Fincher gesehen, das Werk „Divinia Comedia“ (1308-1321) vom italienischen Dichter Dante Alighieri gelesen haben oder noch nicht nach Madrid gereist sind. Das atemberaubende Prado Museum der spanischen Hauptstadt, beispielsweise, präsentiert Ihnen das beeindruckende Gemälde Zeven Hoofdzonden (Die Sieben Todsünden, 1485) des holländischen Künstlers Hieronymus Bosch. Sie sollten auf jeden Fall Ihren Aufenthalt in Madrid nutzen, um weitere Werke von Bosch zu besichtigen, die sich vor allem dem Menschen und den Todsünden widmete. „Tuin der lusten“ („Der Garten der Lüste“) ist ein weiteres Werk des Künstlers, welches das Paradies, die Unschuld, Wolllust, Sünde, Hölle und die Bestrafung darstellt. Damit Sie keine weitere Sünde begehen, mieten Sie sich die besten Appartments in Madrid und verbringen Sie einen unvergesslichen Urlaub in Spanien.






