Der Deutsche Expressionismus
5. Jan 2010 von berlinblogger
Der geschichtliche, gesellschaftliche und kulturelle Kontext wird immer in den verschiedensten Kunstwerken widergespiegelt. Die Kunst gilt als bedeutungsvoller Zeitzeuge, um all die Geschehnisse eines Landes und die Besorgnisse, Kummer, Bedürfnisse und Ansichten der damaligen Menschen zu verstehen. In Deutschland wurde der Ausbruch des ersten Weltkrieges auf künstlerischer Art und Weise in der Einsamkeit, Bitternis, dem Schrecken und die Angst des Individuums in der industriellen Stadt dargestellt. Auf philosophischer Ebene basierten sich die Bewegungen auf die Besorgnisse um Leben und Tod, die Introspektion und die menschliche Sensibilität. Der Expressionismus war nicht nur Kunst, sondern auch ein Instrument, um das menschliche Wesen besser verstehen zu lernen.

Wie jede andere avantgardistische Künstlerbewegung des 20.Jahrhunderts entstand auch der Expressionismus im Gegensatz zu einer alten und in Befürwortung einer neuen Verhaltensweise. Der Impressionismus und die politischen Konflikte waren wie Motoren und inspirierten die Pinselstriche fabelhafter Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Wassily Kandinsky, Franz Marc, Paul Klee oder auch Von Jawlensky. Sie waren auf der Suche nach einer persönlichen und intuitiven Kunstrichtung, eine neue Ausdrucksweise ihrer inneren Sichtweise und Gefühle und weniger der visuellen Eindrücke. Der Expressionismus ist eine der wenigen Bewegungen, die international bekannt wurde und dessen tragische Ausdrucksweise sich auf die verschiedensten Bereiche erstreckte: Kino, Theater, Architektur, Skulpturen, Literatur, Poesie, Musik, Oper, Tanz, Fotografie, usw..
Auf malerischer Ebene sticht vor allem das Gemälde „Der Schrei“ (1893) von Edvard Munch hervor, das einen sehr erschreckend vorkommen kann. Und das auch aus gutem Grund: krasse wenig realistische Farben, ein sehr markierter Pinselstrich, der deformierte abgebildete Körper, die Verwirrtheit der räumlichen und zeitlichen Zugehörigkeit, die typischen Techniken der existenzialistischen Ängste…..
„Die Brücke“ (1905) und „Der Blaue Reiter“ (1911) waren die zwei wichtigsten Künstlergruppen aus dieser Zeit. Die Kunstwerke von Ernst Ludwig Kirchner – Mitglied der ersteren Gruppe – gelten sicherlich als die bekanntesten dieser Stilrichtung. Erinnern Sie sich an einem Mädchengesicht, dass grün gemalt wurde? Hierbei handelt es sich um „Fränzi, vor geschnitztem Stuhl“ (1910), ein beeindruckendes Gemälde, das Sie im Thyssen-Bornemisza Museum in Madrid bestaunen können. Der Einfluss von Vincent Van Gogh ist hierbei deutlich zu spüren, denn der afrikanische Primitivismus schematisiert die Formen und der Fauvismus stellt mit den Farben die emotionalen Gefühlsausdrücke dar. Die damaligen Tabuthemen wie das Krankhafte, Dämonische, Sexuelle, Perverse und Traumhafte standen bei dieser Bewegung im Mittelpunkt.
Wenn Sie die expressionistische Kunst entdecken möchten, dann sollten Sie sich die atemberaubende Kunstsammlung im Thyssen-Bornemisza Museum in Madrid anschauen. Mieten Sie sich die besten Appartments in Madrid und tauchen Sie in die faszinierende Welt des Expressionismus ein. Bei so viel tragischer Kunst, wie wär’s da mit ein wenig unterhaltsamer Abwechslung im aufregenden spanischen Nachtleben?






