Antifotojournalismus: Eine Ausstellung, die den Fotojournalismus in Frage stellt
19. Aug 2010 von berlinblogger
Der Fotojournalismus ist eine in der Medienlandschaft sehr verbreitete Form der Berichterstattung, die mit Hilfe von Fotographien bestimmte Lebenssituationen, Drogenhandel, oder auf Demonstrationen dokumentieren und abbilden sollen.

Nun hat das Centre de la Imatge in Barcelona die Ausstellung “Antifotoperiodismo” (Antifotojournalismus) eröffnet, die aufzeigen soll, dass der Glaube an die Objektivität dieser Form der Berichterstattung leider zu groß ist. Wie? Indem sie in Frage stellt, ob immer wirklich die Wahrheit in diesen Reportagen dargestellt wird.
So werden 27 Autoren verschiedenster Kunstformen ausgestellt, die in irgend einem Moment ihrer künstlerischen Laufbahn diese Praktik anhand ihrer Arbeit kritisiert haben. Die ältesten Arbeiten sind von Paul Fusco und stammen aus dem Jahr 1968. Mit mehr als 2 Millionen Originaldias wollte er die Reise nachbilden, die der Sarg des ermordeten Robert Kennedys von New York bis nach Washington in einem Zug hinter sich gebracht hatte. Merkwürdig war hierbei, dass der Sarg nicht ein Mal gezeigt wurden, sondern immer nur die Menschenmassen, die an jeder Station warteten.
Die Ausstellung ist bis zum 10. Oktober geöffnet, Tag an dem auch Episodi 3, der Film von Martens gezeigt wird, und an dem später auch ein Kolloquium stattfinden wird, wie auch eine Konferenz unter dem Titel „Staatsakt: die fotographische Geschichte der isrealischen Besetzung“ unter der Führung Ariella Azoulay stattfinden wird.
Eine der am meisten erwarteten Arbeiten ist die des pamplonischen Künstlers Clemente Bernad, „Crónicas Vascas“ (Baskische Chroniken), die sehr viel Polemik nach ihrer ersten Ausstellung nach sich zog. In ihr zeigt der Künstler Bilder einer Pressenkonferenz eines Doktorteams, das die Röntgenbilder des Kopfes von Miguel Angel Blanco zeigte, der 1997 von der ETA erschossen wurde, obwohl die Familie die Ausstellung verbieten lassen wollte, weil sie, nach Meinung der Angehörigen, eine voreingenommene Sicht der Dinge darstellte.
Du kannst Appartments in Barcelona mieten und diese interessante Ausstellung besuchen, die den Fotojournalismus enthronen wird.






